Montag 16 Jul 2018

Landesmuseum für Vorgeschichte

Landesmuseums_für_Vorgeschichte_Sachsen-Anhalt_in_Halle_-_Außenansicht

Bildquelle: By State Office for Heritage Management and Archaeology Saxony-Anhalt / State Museum of Prehistory Halle [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle zählt zu den wichtigsten archäologischen Museen in Europa. Es wird vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt verwaltet und beherbergt mit mehr als 15 Millionen Funden eine der ältesten und bedeutendsten archäologischen Sammlungen Deutschlands. Das Museum ist außerdem die Heimstatt der Himmelsscheibe von Nebra, einem der spektakulärsten archäologischen Funde des vergangenen Jahrhunderts.

Die Geschichte des Landesmuseums für Vorgeschichte beginnt Anfang des 19. Jahrhunderts mit der Gründung des „Thüringisch-Sächsischen Vereins für Erforschung des vaterländischen Alterthums und Erhaltung seiner Denkmale“. Der Bau des ersten Museumsgebäudes für Vorgeschichte begann 1911 und wurde 1913 abgeschlossen. 1984 konnte das Museum zum ersten Mal die Rekordmarke von einer Million Besuchern verzeichnen. Zur Jahrtausendwende wurde das Museum umfangreich saniert und 2008 wiedereröffnet.

Die Dauerausstellung des Museums für Vorgeschichte führt den Besucher in chronologischer Reihenfolge durch die verschiedenen Zeitalter der Menschheitsgeschichte. Man startet in der Altsteinzeit, auch Paläolithikum genannt, und gelangt über Mittelsteinzeit, Jungsteinzeit, Frühbronzezeit, mittlere und späte Bronzezeit bis zur vorrömischen Eisenzeit. Abgeschlossen werden soll die Dauerausstellung mit dem Mittelalter sowie der frühen Neuzeit.

Die einzelnen Bereiche der Ausstellung zeigen Waffen, Werkzeuge, Schmuck, Keramik- und Knochenfunde sowie detailgetreue Nachbildungen von Ausgrabungsstätten, zum Beispiel die Fundstätte Bilzingsleben aus der Altsteinzeit. Weitere Highlights sind der ungewöhnlich in Szene gesetzte Steinzeitfriedhof von Eulau und das rekonstruierte Mammutskelett von Pfännerhall. Die besondere Inszenierung der unzähligen Ausstellungsstücke zieht den Besucher schnell in ihren Bann.

Das spektakulärste Highlight ist jedoch die berühmte Himmelsscheibe von Nebra. Sie zeigt die weltweit älteste bekannte Darstellung astronomischer Phänomene und liefert einen Einblick in das Wissen unserer Vorfahren vor etwa 3600 Jahren. Die Scheibe wurde 1999 durch eine Gruppe von Sondengängern entdeckt, die einen Bronzeschatz auf dem Mittelberg illegal ausgruben. Nach einer wahren Odyssee über verschiedene Hehler und Länder konnte der wertvolle Fund sichergestellt und dem Landesmuseum für Vorgeschichte übergeben werden, zu dessen Schatzkammer er seitdem gehört. Seit Mai 2008 können Besucher die Himmelsscheibe von Nebra in der Dauerausstellung bewundern.
Der Museumsshop rundet den Besuch ab und bietet eine Auswahl an Schmuck, Spielzeug, Literatur und Kunstgewerbe rund um die Himmelsscheibe und viele andere Stücke aus der Ausstellung.

Für einen Überblick von zu Hause gibt es seit 2012 auf der Website des Museums das „Archäorama“ (ein Wortspiel aus den Begriffen Archäologie und Panorama). Es handelt sich um einen virtuellen Rundgang, der von Teilnehmerinnen am Freiwilligen Sozialen Jahr im Museum kreiert wurde. Interessierte können in der 360°-Perspektive ganze Ausstellungsräume sowie einzelne Stücke aus der Nähe betrachten. Das „Archäorama“ macht Lust auf einen realen Besuch.

Das Museum für Vorgeschichte bildet zugleich das Zentrum der Himmelswege, einer touristischen Route, die vier bedeutende archäologische Stationen in Sachsen-Anhalt miteinander verbindet. Weitere Punkte auf dieser Route sind das Besucherzentrum Arche Nebra am Fuß der Fundstätte der Himmelsscheibe, das Sonnenobservatorium in Goseck sowie das Steinkammergrab mit Dolmengöttin von Langeneichstädt.

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