Sonntag 21 Jan 2018

Marktkirche Unser Lieben Frauen

Marktkirche-Halle

Bildquelle: gubheinicke / pixelio.de

Obwohl bereits über 450 Jahre alt, gilt die Marktkirche Unser Lieben Frauen in Halle an der Saale als die jüngste Kirche der Stadt. Gemeinsam mit dem ebenfalls auf dem Marktplatz der Stadt Halle zu findenden Roten Turm bildet sie das Wahrzeichen dieser einst so mächtigen Salzsieder- und Hansestadt.

Erbaut wurde die Marktkirche in den Jahren von 1529 bis 1555. Ihr Erscheinungsbild im spätgotischen Stil wird bestimmt von zwei markanten Turmpaaren, die von den zwei Vorgängerkirchen St. Gertrauden und St. Marien stammen, die einst unmittelbar hintereinander standen.
Die erhalten gebliebenen Türme wurden durch das Schiff einer dreischiffigen Hallenkirche verbunden, die auf Anregung von Albrecht von Brandenburg entstand, dem damaligen Erzbischof von Mainz und Landesherrn von Halle. Seine Absicht war es, mit dieser der Jungfau Maria geweihten Kirche dem sich ausbreitenden Protestantismus entgegenzuwirken.
Sein diesbezügliches Bemühen blieb jedoch ohne Erfolg, denn bereits noch während ihrer Fertigstellung predigte in ihr der Reformator Martin Luther.

Das ohne Chor erbaute Hallenlanghaus der Marktkirche Unser Lieben Frauen erhielt umlaufende Emporen sowie im Mittelschiff ein prächtiges Netzgewölbe und in den Seitenschiffen Sterngewölbe.
Eine besondere Geschichte erfuhren die zwei als Hausmannstürme bezeichneten Türme am östlichen Ende der Kirche. Ihre einst im Stil der Spätromanik erbauten Untergeschosse wurden durch Aufsätze im Renaissancesstil erweitert und in etwa 43 Meter Höhe durch eine begehbare Brücke miteinander verbunden. In diesen Türmen wohnte bis zum Jahr 1916 der Türmer, auch als Hausmann bezeichnet, dessen Aufgabe es war, die Bürger der Stadt vor drohenden Gefahren durch das Läuten der Sturmglocke zu warnen.
Mit spitzen Helmen besetzt ragen die zwei im 14. und 15. Jahrhundert aus Bruchstein gemauerten zwei Türme an der Westseite der Marktkirche in die Höhe.

Die zu den bedeutendsten Bauten der Spätgotik in Mitteldeutschland zählende Marienkirche verfügt über einen aus dem Jahr 1529 stammenden spätgotischen Flügelaltar, den Gemälde von Schülern Cranachs schmücken und der im Mittelteil den knienden Stifter der Kirche, Kardinal Albrecht zeigt. Von der im Jahr 1541 gefertigten Kanzel, die einen aus Holz geschnitzten Schalldeckel trägt, hat wie bereits erwähnt Martin Luther gepredigt. Das bronzene Taufbecken, das die Jahreszahl 1430 trägt, soll wohl aus einer der beiden Vorgängerkirchen stammen.

Hinter einem historischen Prospekt verbirgt sich eine 1984 geschaffene Orgel der Firma Schuke. Gegenüber der Hauptorgel befindet sich auf der Ostempore eine historische Altarorgel des Orgelbauers Georg Reichel, die bereits 1664 erbaut wurde.
Vier Glocken bilden das auf den beiden Blauen Türmen hängende Geläut, deren älteste und kleinste Glocke um das Jahr 1300 gegossen wurde.

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