Mittwoch 29 Jun 2016

Staatskapelle

Halle Saale Opernhaus

Bildquelle: © steschum - Fotolia.com

Die Staatskapelle Halle gehört mit einer Besetzung von 150 Musikern zu den größten Orchestern Deutschlands. Das Sinfonieorchester ist für Oper, Konzert und Ballett in der Stadt an der Saale zuständig.

Bereits im 17. Jahrhundert wurde in Halle die Musik von offizieller Seite gefördert. 1654 gründete Herzog August von Sachsen-Weißenfels die erste Hofkapelle, und bald gab es auch eine Hofoper, eine der frühesten Spielstätten, an denen man sich der Pflege der deutschen Oper widmete.

Anfang des 18. Jahrhunderts wurde jedoch wie an vielen Orten in Europa auch in Halle ein Theaterverbot erlassen. Die Hallenser Bevölkerung wollte sich ihre Theaterbegeisterung jedoch nicht austreiben lassen, und so entstand zunächst ein Theater im nahegelegenen Bad Lauchstätt. 1806 wurde das Theaterverbot unter der napoleonischen Herrschaft endlich wieder aufgehoben, und 1811 wurde Halles erstes bürgerlich-öffentliches Theater mit Goethes “Egmont” eröffnet. Im 19. Jahrhundert wurde von Georg Schmidt auch die Stadtmusik neu organisiert. Mehrere Musikensembles wurden zusammengelegt und spielten als “Stadtmusikcorps” nun sowohl Konzerte als auch Opern. 1852 wurde daraus das Hallische Stadtorchester und 1881 das Stadt- und Theaterorchester. 1886 wurde ein großes, repräsentatives Theater erbaut, das damals sogar über die modernste Bühnentechnik Deutschlands verfügte. 1945 fiel es dem letzten großen Bombenangriff auf Halle zum Opfer.

Nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete man schon bald an gleicher Stelle ein neues Opernhaus, gleichzeitig wurden das Hallische Volkssinfonieorchester, das spätere Staatliche Sinfonieorchester Halle, gegründet. Dirigenten wie Kurt Masur, Klaus Tennstedt oder Thomas Sanderling waren zu Gast und engagierten sich u.a. für die Händel-Tradition der Geburtsstadt des Barockkomponisten.

Die Staatskapelle Halle entstand 2006 durch den Zusammenschluss des Opernorchesters und des Philharmonischen Staatsorchesters und ist damit gleichermaßen für die Pflege des Opernrepertoires wie auch der symphonischen Tradition zuständig. Dabei wird die Staatskapelle gleichermaßen durch das Engagement namhafter Dirigententen wie auch hochrangiger Solisten unterstützt. Immer wieder macht die Staatskapelle Halle aber auch durch große Opernproduktionen wie durch die Inszenierung des gesamten “Ring”-Zyklus von Richard Wagner zu dessen Jubiläum 2013 von sich reden.

Ein bedeutender Bestandteil der Staatskapelle Halle ist das Händelfestspielorchester Halle. In der Geburtsstadt von Georg Friedrich Händel (1685-1759), einem der größten Komponisten der Barockzeit, hat sich das Ensemble der Pflege der Alten Musik verschrieben. Seit 1993 wird zur Verfeinerung der historischen Aufführungspraxis auf historischen Instrumenten gespielt. Die 1922 ins Leben gerufenen Händel-Festspiele Halle sind mittlerweile das größte Musik-Fest in Sachsen-Anhalt, das weit über die Grenzen Deutschlands hinaus Anerkennung findet. In mehr als 100 Inszenierungen ist hier seit 1922 ein Großteil der 42 Händel-Opern zur Aufführung gekommen.

In der Spielzeit 2013/14 übernimmt der spanische Dirigent Josep Caballé Domenech den Posten als Generalmusikdirektor in Halle. Neue Direktorin der Staatskapelle Halle wird zum gleichen Zeitpunkt die Kulturmanagerin und Musikwissenschaftlerin Claudia Brinker.

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