Sonntag 21 Jan 2018

Burg Giebichenstein

Burg Giebechenstein

Bildquelle: © kentauros - Fotolia.com

Die mitteldeutsche Stadt Halle bietet ihren Besuchern Sightseeing Highlights en masse:
Neben den vielen grünen Oasen rund um die Stadt und neben der einzigartigen innerstädtischen Kunst und Architektur kann man hier faszinierende Geschichte hautnah erleben. Die Burg Giebichenstein ist ein „Muss“ für jeden Besucher der Saalestadt.

Vor vielen Hundert Jahren war Giebichenstein ein wehrhafter Posten des deutschen Königs, um die slawischen Eroberungen des 9. Jahrhunderts seiner Feudalordnung zu unterwerfen. Der Ort gehörte zu Franken und lag inmitten des Gaues Neletici, wie den ersten urkundlichen Erwähnungen von 961 zu entnehmen ist. Die Siedlung lag an wertvollen Salzquellen und einer bedeutenden Handelsstraße. So wird Giebichenstein im Jahr 961 in Urkunden des Königs Otto I. “civitas, que Givicansten nuncupatur” oder auch “urbs videlicet Giviconsten cum salsugine” als Hauptort des Gau Neletici bezeichnet.
Das ganze Gebiet wurde zu dieser Zeit dem Moritzkloster Magdeburg übereignet, aus dem im Jahr 968 das Erzbistum Magdeburg hervorging.

Stolz steht die Burg über dem Saaletal, vom Torturm hat man einen herrlichen Blick über das Land. Dabei hat die heutige Burganlage mit den Anfängen nichts gemein. Nicht einmal die genaue Lage und der Verlauf sind uns heute bekannt. Man vermutet, dass die ersten Bauten auf der östlich gelegenen Bergkuppe, der „Alten Burg“, zu finden waren. Darauf weist auch die Erwähnung aus dem 10. Jahrhundert einer Burgkapelle als “castrum Givekenstein” hin.
Dennoch hatte Giebichenstein damals für das neue Magdeburger Erzbistum herausragende Bedeutung. Schon die alte Burg war Sterbeort dreier Bischöfe, außerdem war sie Staatsgefängnis für unliebsame, hochadlige Gefolgsleute des Königs.
Giebichensteins Bedeutung unterstreichen die Residenz Heinrich des IV. im Jahr 1064 und ganz besonders die Fürstenversammlung unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa von 1157. Damals wurden auf der Burg die Feldzüge der Ostexpansion vorbereitet.

Zu dieser Zeit hatte man mit dem Bau der Oberburg begonnen, die anschließend ab 1382 den Magdeburger Erzbischöfen als Residenz diente. Erst im Jahr 1503 löste die Hallenser Moritzburg Giebichenstein in dieser Funktion ab. Weil man sie nicht mehr nutzte, verfiel die Oberburg damals zusehends, notwendige Reparaturen tätigte man allenfalls notdürftig mittels provisorischer Holzkonstruktionen.
1636 tobte der Dreißigjährige Krieg und die Burg wurde zum Teil zerstört. Die Schweden besetzten Giebichenstein und Teile der Oberburg fielen einem Großfeuer zum Opfer.
1706 errichtete man an der Ostseite der Unterburg ein barockes Herrenhaus, Burggraben, die Brücke und ein Park wurden umgestaltet. Die Burg Giebichenstein entwickelte damals ihren ureigenen Charme und galt in der Wendezeit vom 18. Zum 19. Jahrhundert als charakteristisches Symbol der deutschen Romantik.

Als die Stadt Halle im Jahr 1906 die Burgruine von der Domänenverwaltung Preußens erworben hatte, wurde die Burganlage für die Bürger öffentlich zugänglich gemacht. In der Unterburg etablierte sich 1921 eine dem Bauhaus verbundene Kunstgewerbeschule, die 1958 Kunsthochschule wurde.
Seit 1966 ist Giebichenstein Architektur- und Freilichtmuseum.

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