Montag 16 Jul 2018

Hallescher Dom

Domplatz in Halle (Saale)

Bildquelle: © Martin Beitz - Fotolia.com

Der Dom in Halle an der Saale (Hallescher Dom) wurde zwischen 1271 und 1330 errichtet und ist damit das älteste Kirchengebäude in der Halleschen Altstadt. Die Bezeichnung als “Dom” erhielt die Kirche schon im Mittelalter, obgleich es in Halle nie ein Bistum gab, das als Sitz über einen Dom verfügt. Die Erzbischöfe aus dem benachbarten sachsen-anhaltinischen Magdeburg residierten jedoch schon im 13. und 14. Jahrhundert in Halle und planten, den Dom von Halle zum Zentrum des einflussreichsten Stifts in Deutschland und Nord-Österreich zu machen. Die prächtige Innenausstattung stammt vorwiegend von Lucas Cranach d.Ä. und Matthias Grünewald, allein deshalb ist der Hallesche Dom einen Besuch wert.

Dom in Halle: Lage und Beschreibung

Der Hallesche Dom liegt an einem Arm der Saale in der westlichen Altstadt, er bildet zusammen mit der Moritzburg und der Neuen Residenz die Saalefront und beherrscht damit architektonisch den Domplatz. Es handelt sich um einen gotischen Kirchenbau mit einer Länge von 68 Metern, einer Breite von 20 Metern und einer Höhe von 18 Metern, der sich durch eine streng regulierte, schlichte Architektur auszeichnet. Der Rundgiebel bietet ein Motiv wie in italienischen Sakralbauten, das nördlich der Alpen erstmals im Halleschen Dom realisiert wurde. Die heute maßgeblich erhaltene Gestaltung stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde vom Baumeister Bastian Binder vorgenommen. Im Innenraum dominieren glatte Achteckpfeiler und große Spitzbogenfenster, die steinerne Innengestaltung inklusive der Pfeilerstatuen stammt vom Bildhauer Peter Schro (Schule Hans Backoffen, 16. Jahrhundert). Der Statuen-Zyklus gehört zu den bedeutendsten Werken der Bildhauerei jener Epoche in Mitteleuropa, er wurde 1525 vollendet und stellt in 17 überlebensgroßen Figuren Christus, sämtliche Apostel, Maria Magdalena und den Bistumspatron Mauritius dar. Nur ein Jahr später wurde die Kanzel errichtet, die an ihrer Treppenwange die Kirchenväter und am Kanzelkorb die Briefeschreiber des Neuen Testaments zeigt. Neben den Evangelisten findet sich Mose mit seinen Gesetzestafeln, wertvolle Epitaphien, Grabsteine und Weihetafeln ergänzen die wertvolle Innenarchitektur. Der Dom in Halle verfügt über zwei Orgeln aus den Jahren 1799 und 1851.

Geschichte des Doms in Halle

Der Bettelorden der Dominikaner gründete 1271 die Kirche und begann mit dem steinernen Aufbau, der 1330 als Klosterkirche vollendet wurde. Den Regeln der Dominikaner entsprechend errichteten die Mönche zunächst eine dreischiffige schlichte Hallenkirche ohne Turm und Querhaus. Den Auftrag an den Baumeister Bastian Binder zur äußerlichen Umgestaltung erteilte um 1520 Kardinal Albrecht von Brandenburg, der auch Magdeburger Erzbischof war. Binder schuf vor dem Dach einen Giebelkranz, 1523 wurde der Dom in Halle als zum Magdeburger Erzbistum gehörende Stiftskirche neu geweiht. Ab diesem Zeitpunkt dürfte sie auch im Volksmund als “Dom” bezeichnet worden sein. Albrecht von Brandenburg sammelte 20.000 Reliquien, das sogenannte Hallesche Heilthum, das später verloren ging. Er begründete damit den Ablasshandel und führte ihn zu einer Blüte, die unter anderem die Reformation Martin Luthers auslöste. Die Innenausstattung nach Cranach und Grünewald besaß im 16. Jahrhundert eine ungeheure Pracht, die nur noch in Resten erhalten ist. Der Dom in Halle stellt daher ein Gesamtkunstwert der Spätgotik dar.

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