Montag 16 Jul 2018

Moritzkirche

Moritzkirche

Bildquelle: By Markus Händel (Own work (taken by myself)) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

Südwestlich des Marktplatzes von Halle, am Alten Markt, ist der Standort der mit einem riesigen, alle drei Kirchenschiffe überdeckendem Dach und einem kleinen Turmreiter versehenen Moritzkirche.
Sie entstand in einer circa 170-jährigen Bauzeit, die 1388 ihren Anfang nahm. Die Weihe der Kirche erfolgte jedoch bereits im Jahr 1411, nachdem der östliche Teil des Langhauses sowie der Haupt- und Nordchor fertiggestellt waren. Diese Bereiche überzeugen durch einen recht dekorativen Baustil, der außen in den treppenartigen Strebepfeilern, die mit reichem ornamentalen Schmuck versehen ist, besonders sichtbar wird.
Erst in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts entstand unmittelbar an den Resten der alten Stadtmauer der westliche Bereich des Langhauses. Die das Bauwerk abschließenden zwei Türme wurden nicht erbaut, der an ihrer Stelle errichtete mittige Fassadenturm blieb als in Traufhöhe des Langhauses beendeter Torso unvollendet stehen.
In den letzten Jahren des 17. Jahrhunderts wurde er um einen barocken Aufsatz ergänzt, der jedoch knapp hundert Jahre später nach einem teilweisen Einsturz wieder entfernt wurde.
Wie die Einwölbung des Hauptschiffes fand auch der Innenausbau erst Mitte des 16. Jahrhunderts seinen Abschluss.

Die aus finanziellen Gründen schlichtere Gestaltung der Westfront kommt auch in der Innenausstattung zum Ausdruck. Obwohl ausgewogenen Raumproportionen vorherrschen, zeigt sich der Westteil des Langhauses in zahlreichen Details ruhiger und einfacher als der Ostbereich. Auffallend ist die das breite Hauptschiff von den Nebenschiffen abgrenzende enge Stellung der Stützen, die die Flucht der Pfeiler fast wie eine Wand erschienen lässt.
Der reich belichtete Chorraum wird von einem spätgotischen Hochaltar beherrscht, der aus dem Jahr 1511 stammt, je nach aktuellem Kirchenjahr unterschiedlich gestaltet werden kann und in dessen Bildern der Heilige Mauritius besonders oft in Erscheinung tritt.
Die aus Sandstein gefertigte Kanzel ist mit wertvollen Reliefs geschmückt und besitzt einen Schalldeckel. Datiert ist sie auf das Jahr 1592 und zeigt die typischen Formen der Spätrenaissance.
Daneben ragen aus der Ausstattung besonders die vom anfänglichen Baumeister der Halleschen Moritzkirche Conrad von Einbeck gefertigten Steinskulpturen heraus, die alle in den ersten Jahrzehnten das 15. Jahrhunderts gefertigt wurden und so zu den ersten derartigen deutschen Kunstwerken zählen.

Die seit 1970 katholische Pfarrkirche kann täglich außer montags je nach Jahreszeit an zwei bis vier Stunden besichtigt werden.

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