Sonntag 21 Jan 2018

Dorfkirche Böllberg bei Halle

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Bildquelle: By Ralf Lotys (Sicherlich) (Own work) [CC-BY-2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.5)], via Wikimedia Commons

In dem südlich der Innenstadt von Halle liegenden Stadtteil Böllberg-Wörmlitz, befindet sich zwischen dem Pestalozzipark und dem Großen Böllberger Wehr in der Saale die unmittelbar am Böllberger Weg stehende Dorfkirche St. Nikolaus.

Sie ist die älteste Kirche von Halle und wurde gegen Ende des 12. Jahrhunderts erbaut. Die Jahreszahl 1184, die an der Wetterfahne auf dem Kirchendach erkennbar ist, war wahrscheinlich Zeitzeuge ihrer Erbauung. Im Gegensatz zu anderen so früh errichteten Bauwerken sind große Teile von ihr noch heute in ihrer ursprünglichen Form erhalten.
Niederländischen Kolonisten ist der Bau der heute an der „Straße der Romanik” liegenden schlichten Dorfkirche zu verdanken, die sie in dem in der damaligen Zeit selbstständigen, ursprünglich slawischen Fischerdorf Böllberg dem Heiligen Nikolaus, dem Patron der Fischer und Helfer bei Hochwassernot weihten.
Die kleine Kirche wurde als Saalbau aus Sandstein errichtet und besitzt eine halbrunde Apsis.

Im Laufe der folgenden Jahrhunderte wurde die unter dem Satteldach befindliche Balkendecke mit einer um das Jahr 1500 angebrachten spätgotischen Schablonenmalerei verziert. Diese ist noch heute gut erhalten und gilt als ein wertvoller Bestandteil deutscher Kunstgeschichte. Im Zuge einer im 17. Jahrhundert vorgenommenen Restaurierung wurden ihr barocker Altar, die Kanzel und das Kruzifix erneuert. Der schadhaft gewordene hölzerne Kirchturm wurde 1825 abgerissen, für den erst im Jahr 1983 in Form eines separat stehenden Glockenturms ein gewisser Ersatz geschaffen wurde.
Im 19. Jahrhundert wurde die Kirche mehrere Jahrzehnte nicht genutzt, wodurch sich ihr Zustand merklich verschlechterte. Ein geplanter Abriss konnte durch die Bemühungen des Schinkel-Schülers Ferdinand von Quast zum Glück verhindert werden. Später erfolgte neben der Anschaffung einer kleinen Orgel die schrittweise Vergrößerung einiger Fenster. Mehrere der kleinen rundbogigen Fenster in der Nord- und Südwand blieben jedoch unverändert.

Mit dem Ausbau des Böllberger Weges musste der Friedhof der Kirche in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wesentlich verkleinert werden.
Nach einer im Jahr 2005 erfolgten umfangreichen Sanierung, die schwerpunktmäßig vor allem den Dachstuhl und die Deckenmalerei betraf, ist die Dorfkirche Büllberg in den Monaten von Mai bis Oktober jeweils samstags zu besichtigen.
Dabei dürften neben der kunstvollen Bemalung der Holzdecke solche Kleinode im Mittelpunkt der Betrachtungen der Besucher stehen wie der schmucklose romanische Taufstein als ihr ältestes Ausstattungsstück, die zwei bereits 1607 gefertigten Altarleuchter, das hölzerne Bild Martin Luthers von 1657 sowie die im Stil der Spätrenaissance gefertigte Kanzel und das Kruzifix.

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